Banker zu sein ist gerade nicht besonders attraktiv. Noch weniger, wenn man auf dem Podium vor lauter dynamischen Menschen aus der digitalen Ökonomie sitzt. So erging es Theodor Weimer, dem Chef der HVB, auf der Digital Live Design Conference am 18. Januar 2016 in München. Seine Erkenntnis: „Wir müssen mit ihnen (den FinTech Unternehmen) zusammenarbeiten. Und natürlich alle Vorgänge bei uns digitalisieren.“ Nur dass Digitalisieren leider auch Entlassen bedeutet. Und zwar massiv. Laut Weimer steht die Hälfte der Mannschaft zur Debatte, wenn denn die Digitalisierung kommt – eine sehr beunruhigende Botschaft an die eigenen Mitarbeiter.

Und in Sachen Digitalisierung macht die HVB Ernst: Im Oktober 2015 ist die Mutter Unicredit dem Banken Blockchain Konsortium R3 beigetreten, das die Auswirkungen Bitcoin-Technologie im Finanzsektor erforscht. Und seit Anfang des Jahres intensiviert die HVB die Zusammenarbeit mit Start-ups mit Unternehmer TUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München. Die Digitalisierung ist Teil der neuen Geschäftsstrategie, heißt es dazu. Höchste Zeit, denn längst setzen die digitalen Angreifer nicht mehr nur beim Zahlungsverkehr an. Sie dringen in Kernbereiche des Banking vor: in das Kreditgeschäft, das Kapitalmarkt-Geschäft, ja selbst in das Investment-Banking.

So klingt es recht verzweifelt, wenn Weimer ans Publikum gewandt sagt, dass sich die FinTechs die am wenigsten profitablen Bereiche des Banking ausgesucht haben, und ergänzt: „We are still ahead of the curve.“ Man fragt sich, wie lange noch. Und um welchen Preis. Oder übersetzt: „Houston, wir haben ein Problem.“